Das Wörterbuch beschreibt „Aberglauben“ als „blind übernommenen Glauben oder Vorstellung“. Wer Feng Shui als Aberglauben abtut, geht also davon aus, dass Feng Shui bar jeder Vernunft oder Logik angewandt wird. Ist das wirklich der Fall? Existieren die analytischen Methoden des Feng Shui jenseits des gesunden Menschenverstandes und jeglicher theoretischer Grundlage?
Feng Shui ist nicht nur eine Überzeugung. Wir müssen nicht an Feng Shui glauben, damit es funktioniert. Wenn wir in einer Umgebung mit schlechtem Feng Shui leben, wird es uns früher oder später in irgendeiner Form beeinflussen: Wir fühlen uns unzufrieden oder ruhelos, können es aber nicht unbedingt in Worte fassen.
Feng Shui hat Paradigmen und eine Terminologie, um diesen unbalancierten Zustand in Worte zu fassen. Die Theorie des Feng Shui basiert auf chinesischer Metaphysik, deren Wurzeln in der Naturbetrachtung liegen und in der Interaktion der Yin und Yang-Kräfte in unserer Umgebung. Während der 2000 bis 3000 Jahre, in denen Feng Shui angewendet wurde, hat sich ein sehr großes Wissen angesammelt.
Da die Ausübung von Feng Shui eine vielschichtige Annäherung verlangt, sollten wir es nicht nur aus unserer westlich-wissenschaftlichen Sichtweise beurteilen. Feng Shui ist eine Kunst. Ein großer Teil der Feng Shui-Analyse verlangt eine persönliche und subjektive Interpretation der vorgegebenen Daten. Es geht darum, die subjektive Wahrnehmung gegen die objektiv vorhandene Situation zu balancieren. Für den Chinesen ist das Gehirn mit dem Herzen verbunden. Aus diesem Grund können und sollten Wissenschaft und Kunst als eine Disziplin und nicht als zwei getrennte Bereiche existieren.
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